Wer erwägt eine vorbeugende Mastektomie?
Eine risikoreduzierende Mastektomie wird von Trägerinnen von BRCA1-, BRCA2- und anderen Hochrisiko-Genmutationen sowie von Frauen mit sehr ausgeprägter familiärer Vorbelastung in Betracht gezogen. Die Entscheidung wird gemeinsam mit einer Brustchirurgin bzw. einem Brustchirurgen und nach genetischer Beratung getroffen – die Rekonstruktion wird parallel dazu geplant.

Mamillenerhaltende Mastektomie mit Sofortrekonstruktion
Da keine Krebserkrankung vorliegt, können die Haut und oft auch die Brustwarzen erhalten werden. Das Brustgewebe wird über unauffällige Schnitte in der Unterbrustfalte entfernt, und die Brust wird sofort wiederaufgebaut mit:
- eine einzeitige Direct-to-Implant-Rekonstruktion,
- ein Gewebeexpander mit anschließendem Implantat oder
- Ihr Eigengewebe, etwa ein DIEP-Lappen.
- Verborgener Schnitt in der Falte
- Brustwarze und Haut erhalten
- Sofortrekonstruktion
Genesung
Nach einer Implantatrekonstruktion bleiben die meisten Patientinnen ein bis zwei Nächte im Krankenhaus und etwa zehn Tage in Istanbul. Eine Rekonstruktion mit Eigengewebe erfordert rund zwei Wochen.
- 01FürBRCA & Hochrisiko-Patientinnen
- 02TechnikMamillenerhaltend + sofort
- 03Klinikaufenthalt1–5 Nächte
- 04Aufenthalt in IstanbulEtwa 10–14 Tage

Vorbereitung auf eine risikoreduzierende Mastektomie mit Brustaufbau
Eine vorbeugende Mastektomie ist eine geplante Entscheidung, kein Notfall. Es bleibt also Zeit, sich sorgfältig vorzubereiten und eine Wahl zu treffen, die sich für Sie richtig anfühlt.
- Genetische Beratung: Ihr Gentestergebnis und die Erläuterung Ihres persönlichen Risikos durch eine Beraterin oder einen Berater helfen Ihnen, eine Operation gegen eine intensivierte Früherkennung abzuwägen.
- Aktuelle Bildgebung: Vor der Operation wird in der Regel eine aktuelle Brust-MRT und/oder Mammographie angefordert, um einen unentdeckten Krebs auszuschließen.
- Die Wahl der Rekonstruktion: Brustaufbau mit Implantat und Brustaufbau mit Eigengewebe, etwa mit einem DIEP-Lappen, unterscheiden sich in Erholung, Narben und langfristiger Pflege.
- Gesundheitliche Optimierung: Der Verzicht auf Rauchen und Nikotinprodukte, ein stabiles Gewicht und gut eingestellte Erkrankungen wie Diabetes verbessern die Wundheilung.
- Lebensplanung: Familienplanung, Beruf und Betreuungspflichten beeinflussen den Zeitpunkt.
Viele Frauen empfinden es als hilfreich, mit anderen zu sprechen, die vor derselben Entscheidung standen, oder mit einer Psychologin bzw. einem Psychologen. Internationale Patientinnen können ihren genetischen Befund, ihre Bildgebung und die Empfehlung ihres Brustchirurgen über die Kontaktseite senden, sodass vor der Reise ein realistischer Plan erstellt werden kann.
Risiken der vorbeugenden Mastektomie mit Brustaufbau und wie sie verringert werden
Da meist beide Brüste behandelt werden und die Haut erhalten bleibt, betreffen die Hauptrisiken die Blutversorgung der verbliebenen Haut und der Brustwarzen sowie die Rekonstruktion selbst.
- Heilungsprobleme von Haut oder Brustwarze: Die dünnen Hautlappen nach Mastektomie oder die Brustwarze können teilweise ihre Blutversorgung verlieren, was zu verzögerter Heilung oder in manchen Fällen zum Verlust der Brustwarze führen kann.
- Implantatbezogen: Infektion, Freiliegen des Implantats, Kapselfibrose, Wellenbildung (Rippling) und künftiger Wechsel.
- Lappenbezogen: beim Brustaufbau mit Eigengewebe ein teilweiser oder selten vollständiger Lappenverlust sowie Folgen an der Entnahmestelle.
- Empfinden: Haut und Brustwarzen verlieren meist einen Großteil ihres Gefühls.
- Allgemeine Risiken: Blutung, Flüssigkeitsansammlung und Blutgerinnsel.
Diese Risiken werden verringert durch sorgfältige Patientenauswahl, eine Schnittführung, die die Durchblutung schützt, die Beurteilung der Hautdurchblutung während der Operation und bei Bedarf den Einsatz eines Gewebeexpanders oder ein mehrstufiges Vorgehen statt eines Implantats in voller Größe auf einmal. Rauchverzicht ist eine der wichtigsten Maßnahmen, die Sie selbst ergreifen können.
Langzeitergebnis und Nachsorge nach vorbeugender Mastektomie
Eine risikoreduzierende Mastektomie senkt das Brustkrebsrisiko bei Frauen mit hohem Risiko erheblich, kann aber nicht jede Brustzelle entfernen, sodass ein geringes Restrisiko bleibt. Eine fortlaufende Nachsorge ist daher Teil des langfristigen Plans.
Nach der Erholung können Sie Folgendes erwarten:
- Aussehen: Rekonstruierte Brüste behalten ihre Form im Allgemeinen gut; Brüste mit Implantat verändern sich jedoch nicht wie natürliches Gewebe mit dem Gewicht, Lappenplastiken dagegen schon.
- Empfinden: Die Haut der Brust bleibt meist teilweise taub, und die Brustwarzen erlangen selten wieder ein normales Gefühl.
- Pflege der Implantate: Implantate halten nicht ein Leben lang; regelmäßige Kontrollen und Bildgebung nach ärztlicher Empfehlung helfen, Probleme früh zu erkennen.
- Krebsnachsorge: Die Nachsorge nach einer vorbeugenden Mastektomie legt Ihr Brustchirurg oder Ihr humangenetisches Team entsprechend Ihrem Genstatus fest; sie kann eine ärztliche Tastuntersuchung der Brust umfassen. Melden Sie jeden neuen Knoten oder jede Veränderung umgehend.
Viele Frauen beschreiben eine Erleichterung von der Angst rund um die engmaschige Früherkennung. Andere brauchen Zeit, um sich emotional anzupassen; Unterstützung durch eine Beratung oder Selbsthilfegruppen kann helfen. Genträgerinnen benötigen möglicherweise auch eine Beratung ihres genetischen Teams zu weiteren organspezifischen Risiken.
- Implantat
- Brustmuskel (Pectoralis)
- Rippen
- Muskelbedeckung
Rekonstruktion nach vorsorglicher Mastektomie in Istanbul, Türkei
Wenn Sie BRCA-Trägerin sind und eine Operation in Istanbul in Betracht ziehen, teilen Sie uns bitte Ihr genetisches Testergebnis und die Empfehlung Ihrer Brustchirurgin bzw. Ihres Brustchirurgen mit. Mastektomie und Rekonstruktion werden als eine einzige Operation koordiniert.
- Mikrochirurgischer Anschluss
- Arteria/Vena mammaria interna
- Bauchlappen (Haut & Fett)
- Perforatorgefäße
- Neue Brust
Häufig gestellte Fragen
Können die Brustwarzen erhalten werden?
Bei risikoreduzierenden Eingriffen können die Brustwarzen oft erhalten werden – abhängig von Brustgröße, Brustform und der Empfehlung Ihrer Brustchirurgin bzw. Ihres Brustchirurgen.
Beeinflusst die Rekonstruktion die Risikoreduktion?
Nein. Die Rekonstruktion stellt die Form wieder her, nachdem das Brustgewebe entfernt wurde; die Risikoreduktion ergibt sich aus der Mastektomie selbst.
Kann man nach einer vorbeugenden beidseitigen Mastektomie noch Brustkrebs bekommen?
Ja, aber das Risiko ist deutlich geringer. Eine Mastektomie entfernt den Großteil, aber nicht das gesamte Brustgewebe, sodass ein geringes Restrisiko bleibt. Melden Sie jeden neuen Knoten oder jede Hautveränderung Ihrem Arzt und folgen Sie dem Nachsorgeplan, den Ihr Brustchirurg oder Ihr genetisches Team empfiehlt.
Brauche ich nach einer risikoreduzierenden Mastektomie mit Brustaufbau noch eine Mammographie?
Routinemäßige Mammographien sind nach einer beidseitigen Mastektomie meist nicht erforderlich, da nur wenig Brustgewebe verbleibt. Die Nachsorge besteht oft aus einer klinischen Untersuchung, bei Auffälligkeiten ergänzt durch Ultraschall oder MRT. Der genaue Plan hängt von Ihrem Genstatus und der Empfehlung Ihres Facharztes ab.
Hat man nach einer vorbeugenden Mastektomie noch Gefühl in der Brust?
Das Gefühl ist meist deutlich vermindert, da die Nerven zur Haut und Brustwarze bei der Entfernung des Brustgewebes durchtrennt werden. Ein gewisses Gefühl kann über Monate bis Jahre allmählich zurückkehren, doch ein normales Gefühl der Brustwarze wird selten wiederhergestellt. Dies ist ein wichtiger Punkt, den Sie vor der Entscheidung bedenken sollten.
Medizinisch geprüft von Dr. Fatih Kılıç, Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.